Alle Artikel in: Gefühle

Für die S(ch)atzkiste #65

»Die Farbe Grau bereitete einem Unbehagen, sie ließ die Dinge kompliziert und hoffnungslos erscheinen, sie zerstörte die Vorstellung von Schwarz und Weiß. Gut und Böse, das gab es nicht. Es gab ein bisschen Gut und ein bisschen Böse, ein bisschen Schwarz und ein bisschen Weiß. Grau, eine ekelhafte Farbe, aber eine reale, vielleicht die realste.« (Akif Pirincci: »Felidae«)

Für die S(ch)atzkiste #61

»Du beißt die Zähne zusammen. Du siehst zur Decke. Du sagst dir, es tut ihnen weh, wenn sie dich weinen sehen, und dann bist du nur noch ein Kummer in ihrem Leben, und weil du kein Kummer sein willst, darfst du nicht weinen, und das alles redest du dir ein, während du zur Decke siehst, und dann schluckst du, obwohl sich deine Kehle nicht schließen will, und siehst den Menschen, der dich liebt, an und lächelst.« (John Green: »Das Schicksal ist ein mieser Verräter«)

Für die S(ch)atzkiste #53

»Die Gewohnheiten der Leute kennt man erst, wenn man die Leute kennt. Beim ersten Mal hat man noch keine Ahnung, wie es weitergeht. Man weiß nicht, ob man sich lieben, ob man sich später einmal an den ersten Tag erinnern wird. Ob man sich am Ende beschimpfen oder sogar prügeln wird. Oder ob man Freunde wird. Und die vielen anderen Oders und Wenns. Und die Vielleichts. Die Vielleichts, das sind die Schlimmsten.« (Marie-Sabine Roger: »Das Labyrinth der Wörter«)

Für die S(ch)atzkiste #47

»Manche Veränderungen kommen über Nacht. Du gehst abends zu Bett, schläfst ruhig und tief, und am folgenden Morgen erwachst du und stellst fest, dass alles anders ist als zuvor. Du kannst dir nicht erklären, was geschehen ist, denn die Sonne ist aufgegangen wie an jedem Morgen, und da hängt immer noch dieses Bild an der Wand, das du längst abhängen wolltest. Die Farben der Welt sind dieselben geblieben. Nur bei genauerem Hinsehen glaubst du zu entdecken, dass sie eine Spur heller oder dunkler als bisher erscheinen, doch das ist eine Täuschung: Es ist deine Wahrnehmung, die sich verändert hat, weil du selbst von heute auf morgen ein anderer geworden bist. Und deshalb hängst du jetzt auch dieses verdammte Bild ab.« (Andreas Steinhöfel: »Die Mitte der Welt«)

Für die S(ch)atzkiste #35

»Was ich sagen will, ist, dass wir niemals etwas wissen werden, weil es wahrscheinlich keine Art von echtem, unumstößlichen Wissen gibt. Wir leben in einer Welt der Gefühle, das ist alles, was es gibt. […] Du darfst niemals deine Gefühle und Empfindungen gering schätzen, denn sie sind alles, worauf du dich verlassen kannst.« (Francesc Miralles: »Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen«)